Das Denkmal der grauen Busse

Das Denkmal der grauen Busse

Als ich gestern am Marienhof vorbeilief ist mir als erstes ein zweigeteilter Bus aus Beton aufgefallen. Die Skulptur hat natürlich meine Neugierde geweckt und ich bin sofort hingelaufen.
Wie es sich herausstellte, gehört der Bus zum Denkmal der grauen Busse. Bei dem Bus handelt es sich um ein Modell aus den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts und somit sind wir in den Zeiten des Dritten Reiches. Es soll daran erinnert werden, dass mit diesen Bussen, behinderte Mitbürger aus ihren Einrichtungen in die Konzentrationslager deportiert worden sind. Gemäß der vorherrschenden Ideologie wurden sie als nichtlebenswerte Menschen, welche die Volksgesundheit nur belasten, dort ermordet.

Weiter Informationen: www.dasdenkmaldergrauenbusse.de

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www.dasdenkmaldergrauenbusse.de

„Where are you taking us?“

The so-called “Euthanasia-Action” (Aktion T 4) of the National Socialists claimed about 200,000 mentally ill and handicapped victims during World War II. They were considered “not worthy of living”. At least 90,000 patients died of hunger or inadequate nourishment, or were murdered with drugs in state-run sanatoriums. More than 70,000 men, women, and children were murdered in gas chambers during the secret operation “T4” in 1940/41. The mass murder was centrally organised at Tiergartenstraße 4 in Berlin (therefore the abbreviation “T4”). Grafeneck, Brandenburg, Bernburg, Hartheim (near Linz), Sonnenstein and Hadamar were the towns where the murders took place. The staff of these killing institutions later worked in concentration camps such as Auschwitz, Treblinka, Sobibor, and Belzec. There is hardly a region in Germany that was not effected by this organised mass murder. Mentally and physically handicapped people were the first victims of a systematic, well-organised annihilation plan directed against the ill and those regarded as “racially inferior” by the Nazi-regime. The “Monument of the Grey Buses” serves as a reminder of the transports of the patients to their deaths. The artists Horst Hoheisel and Andreas Knitz designed the monument for the Weißenau Psychiatric Centre near Ravensburg in 2006.
A bus based on the same model as the one that drove from the hospitals to the death camps in the years 1940 and 1941, in its original size and concrete form, commemorates the mass murder. “Where are you taking us?” – the question of one of the patients – is inscribed on the bus monument.

Denkmal für die Opfer der so genannten „Euthanasie-Aktion T 4“ 1940/41

Der so genannten „Euthanasie-Aktion” der Nationalsozialisten fielen während des Zweiten Weltkriegs mehr als 300.000 psychisch Kranke und Menschen mit Behinderungen zum Opfer. Sie galten als „lebensunwert”. Allein in den staatlichen Heilanstalten starben bis Kriegsende mindestens 90.000 Patienten durch Hunger und schlechte Versorgung oder sie wurden mit Medikamenten ermordet. Mehr als 70.000 Männer, Frauen und Kinder wurden 1940/41 in der Geheimaktion „T4” in sechs Vernichtungsanstalten vergast.
In der Tiergartenstraße Nr. 4 in Berlin (daher die Abkürzung „T4”) wurde der Massenmord zentral organisiert.

Die Vernichtungsanstalten waren Grafeneck, Brandenburg, Bernburg, Hartheim bei Linz, Sonnenstein und Hadamar.
Das Personal dieser Tötungsanstalten arbeitete später in den Vernichtungslagern von Auschwitz, Treblinka, Sobibor und Belzec. Es gibt kaum eine größere Gemeinde in Deutschland, in welcher nicht Opfer des organisierten Krankenmordes zu beklagen sind. Psychisch Kranke und behinderte Menschen waren die ersten Opfer eines systematischen, von langer Hand vorbereiteten Ausrottungsplans, der sich gegen Kranke und vom NS-Regime als rassisch minderwertig Verleumdete richtete.
Das „Denkmal der grauen Busse” erinnert an die Todestransporte der Patienten. Die Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz haben dieses Mahnmal 2006 für das Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau bei Ravensburg geschaffen. Ein in Originalgröße in Beton gegossener Bus des gleichen Typs, wie er in den Jahren 1940 und 1941 von den Pflegeanstalten zu den Vernichtungslagern fuhr, erinnert an den Massenmord. Dem Denkmalbus eingeschrieben ist das Zitat: „Wohin bringt Ihr uns?”, die überlieferte Frage eines Patienten.