2. Etappe Rennrad Transalp: Steinach am Brenner - Arabba

2. Etappe Rennrad Transalp: Steinach am Brenner – Arabba

In der Jufa habe ich mich noch kurz mit zwei jungen Männern unterhalten, welche von Unterfranken über mehrere Tage nach Brixen fahren. Heute war ihre letzte Etappe nach Brixen. Sie hatten sicher ein paar verregnete Tage.

Die ersten Meter auf dem Rad fühlten sich ganz gut an. Der Hintern tat nicht wie und die Füße waren nur leicht müde. Der Brenner war recht schnell erreicht. Die Aufenthaltsqualität ist ja nicht allzu hoch und deshalb bin ich schnell durchgefahren. Am Ortsausgang begann gleich der Radlweg und es ging ziemlich schnell auf einer sehr gut ausgebauten Piste nach Sterzing. In Sterzing bin ich auch durch die Altstadt gelaufen. Sehr schöner Tiroler Stil und sehr viele Besucher. Weiter auf dem Radweg Richtung Brixen/Bressanone.

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Das Tal wurde flacher und der Radweg ging mal an der Autobahn und die meiste Zeit an einer der Flanken des Tals entlang. Auch hier wieder war die Grundrichtung steil nach unten aber das änderte nichts daran, dass ich manchmal ganz schöne Gegenanstiege überwinden musste. Wegen Unwetterschäden waren Teilstücke nicht befahrbar und ich musste auf die Staatsstraße. Das war natürlich deutlich nivellierter aber dafür wesentlich mehr Verkehr. Ein Rennradler hat mir erzählt, dass er nur auf der Straße fährt, da ihn das auf und ab, hin und her am Radweg nervt.
Kurz vor Brixen dann auf einer Schotterpiste ein Platten am Vorderreifen. Das Wechseln hatte ich ja in Frankreich vor zwei Wochen geübt und war richtig schnell.
Der Track auf dem Garmin wollte aber nicht nach Brixen sondern Richtung Bruneck ins Pustertal. Ab und zu ein Radweg aber die meiste Zeit auf der Straße bei einem enormen Verkehr. Ich wartete immer noch die Abzweigung zum Passo del’Erbe/Würzjoch aber sie kam einfach nicht.

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Mir kam das schon komisch vor und auf einer Rast verglich ich Karte mit Track und stellte fest, dass der Track ganz anders verlief als die Beschreibung im Buch. Es war mehr so die optimale Autoroute zum Sella. Mit war es dann ganz recht, Sparte ich mir so den Aufstieg auf knapp 2000m auch wenn die Straße wesentlich ruhiger gewesen wäre. Vor Bruneck ging es dann runter von dieser Autobahn Richtung Corvara 30 km und Arabba 40 km. Ich war glücklich.
Nun war deutlich weniger Verkehr dafür etliche Tunnel auf der Strecke. Ich hab zwar Licht am Fahrrad aber als Radfahrer durch einen Tunnel bei dem Lärm ist nicht meine Sache. Zum Glück ging neben den Tunnels immer noch die alte aber jetzt gesperrte und schon verfallene Straße. Das klappte ganz gut, einmal musste ich über einen Schutthaufen steigen und beim letzten war die Straße komplett versperrt und ich musste durch den Tunnel durch.

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Da ich den ganzen Tag nur eine Semmel, ein Gel und einen Müsliriegel zu mir genommen hatte war es Zeit für einen Espresso und einen Strudel im Café. Diese Erholungspause war auch dringend nötig. So schaffte ich es gut zu meinem Zwischenziel Corvara. Nur nach 10km aber ich war ziemlich müde und der Campolongo war noch vor mir. Noch eine Pause und dann der letzte Pass. Die Kraft ging mir schon fast aus. Plötzlich ein schleifendes Geräusch. Bis ich es so richtig realisiert hatte hörte ich schon das vertraute Geräusch entweichender Luft. Ich nahm es gelassen und freute mich über die zusätzliche Pause.

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Kurz darauf war ich am Gipfel und lies mich von einem drahtigen Slowaken fotografieren. Er erzählte mir, dass er sich heuer ein Carbon Rennrad mit 11er Ultegra gekauft hat. Er war ziemlich beeindruckt von meiner Tour und meinem Alter. Ich meinte, dass könne er auch machen. Er wR sich nicht sicher schließlich sei er schon 57. Aber er sah wirklich fit aus.
Jetzt ging es nur noch nach unten, Arabba ich komme. Einen Fahrradladen fand ich auch gleich und lernte das Wort für Schlauch – camera d’aire.