3. Etappe Rennrad Transalp: Arabba - Bellamonte

3. Etappe Rennrad Transalp: Arabba – Bellamonte

Ich muss zugeben ich habe etwas unruhig geschlafen denn die dritte Etappe ist die anstrengendste, der Passo Pordoi mit 2200m, der Passo di Fedaia mit 2000m und danach der Pellegrino mit Rampen von 18 Prozent. Ich wollte auf jeden Fall früh loskommen, die Trinkflaschen waren schon vor dem Frühstück bereit. Das Wetter sah sehr bewölkt aus, die Straße war noch nass. Das Pordoijoch kannte ich schon von der Sellaronda, allerdings bin ich das letzte Mal vom Sella gekommen. Der Anstieg ging direkt in Arabba los und zieht sich über 33 wunderschöne Kehren, das Passhaus ist auch schon von weitem zu sehen.

Diesmal konnte ich auch den Blick genießen, das letzte Mal war Schneeregen.

Dann die Abfahrt nach Canazei, die mühsam erworbenen Höhenmeter wurden wieder in Geschwindigkeit umgesetzt. Ich dachte schon ich hätte meine Fingerhandschuhe umsonst dabei aber diesmal konnte ich sie brauchen.In Canazei beginnt im Prinzip gleich wieder der Aufstieg zum Fedaia. Vorher hatte ich bei einer kurzen Rast noch Gelegenheit meine Sonnenbrille zu verlieren. Das Glas hatte eh einen Sprung.Ein bisschen spürte ich bereits meine Beine. Zum Glück waren aber schon ziemlich viele Rennradler unterwegs, so konnte ich immer jemanden hinterherfahren was die Ausdauerleistung deutlich erhöht.Mal hing ich an zwei Typen aus Utah dran und später an zwei drahtigen älteren Italienern. Der Typ aus Utah war ein totaler Bianchi-Fan und erzählte, dass er Zuhause auch ein Bianchi fährt.

Oben am Pass habe ich dann noch mit einem Typen aus Bologna, welcher zur Sellaronda hier war, gegenseitig Passfotos gemacht. Die Konversation war ganz lustig, er sprach fast nur Englisch ich Italienisch.

Die Abfahrt war gigantisch und ich bewundere Alle, die von dieser Seite rauf fahren.

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Die besonders mutigen bzw. leichtsinnigen können auf der langen Geraden extreme Geschwindigkeiten erreichen.Bis jetzt hat es richtig Spaß gemacht aber was jetzt vor mir lag bereitete mir Kopfschmerzen. Von Fedaia ging es letztendlich von 2000 auf 750 m runter um anschließend wieder auf fast 2000 m raufzupedalieren, dann wieder nach Predazzo auf 1000 runter und anschließend auf 1350 m hoch, da ich in Bellamonte die Herberge gebucht hatte. Auf der Übersichtskarte entdeckte ich, dass man bei Falcalde am Aufstieg zum Pellegrino auch über den Passo Valles direkt nach Bellamonte runterrollen kann. Das waren ja gute Aussichten. Der Anstieg bis Falcalde war schon die Hölle. Das Wetter würde besser und ich war gut in der Sonne. Ich bin immer in der höchsten Übersetzung gefahren und habe mehrere Punkte (Tankstelle ohne Cola, Kirche) genutzt um mich auszuruhen. Am höchsten Dorfteil von Falcalde machte ich an einem Dorfbrunnen Rast und entschied mich.

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Der Passo Valle ist zwar 100 m Höher aber dafür geht’s danach direkt nach Bellamonte und ich spare mir wahrscheinlich 10km Umweg. Wie steil er ist wusste ich nicht aber schlimmer als die angedrohten 18% Rampen konnte es ja nicht werden. Ich nahm die Abfahrt zum P. Valles und schon nahm der Verkehr deutlich ab. Offensichtlich ist auch für die lärm- und Gestanks optimierten Zweiräder der Passo Pellegrino deutlich prestigeträchtiger. Mir kam der reduzierte Verkehr auch sehr gelegen, so konnte ich zeitweise der halben Fahrbahn Serpentinen fahren.Bei 1500 Metern war dann ein rettendes Refugio. Ich musste wohl einen ziemlich fertigen Eindruck gemacht haben, denn die Wirtin fragte mich auch ob ich erschöpft sei.Oben am Pass hatte ich dann den schönsten Moment der bisherigen Fahrt.

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Ich ging auf einen Feldweg etwas abseits, legte mich in die Blumenwiese und genoss ein traumhaftes Panorama.Zum Hotel Bellamonte ging es dann nur noch bergab.